Unterschiedliche Zielgruppen

Die Bildungsarbeit der KEB richtet sich an verschiedenste Zielgruppen und lässt dabei auch soziale Randgruppen nicht aus.

Behindertenwoche in Niederalteich
im Jahr 1977

Persönlichkeitsbildung

Ein zentrales Anliegen kirchlicher Erwachsenenbildung ist die Bildung der Persönlichkeit. In den Thesen zur Kirchlichen Erwachsenenbildung werden dazu als Ziele formuliert:

  • Erwachsenenbildung in kirchlicher Trägerschaft „bietet dem Menschen vor dem Hintergrund des christlichen Menschenbildes Orientierungen in den vielfältigen Anforderungen des persönlichen, beruflichen und gesellschaftlichen Lebens.“
  • Erwachsenenbildung „stärkt durch umfassende und sachgerechte Information und durch die Erarbeitung verschiedenster Wege zur Lösung von Konflikten die Kritikfähigkeit und die eigenständige Urteilskompetenz des Menschen und ermöglicht ihm dadurch die konstruktive Auseinandersetzung mit Problemen vielfältigster Art“. Erwachsenenbildung „legt die schöpferischen Qualitäten des Menschen frei, fördert diese und befähigt ihn dadurch, sowohl den Alltag entlastende Aktivitäten zu entwickeln, wie auch flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren und so zeitlebens geistig mobil zu bleiben“ (Thesen zur Kirchlichen Erwachsenenbildung in der Diözese Passau in: Erwachsenenbildung im Auftrag der Kirche, Passau, 2002, S. 12).

Grundlagen der erfolgreichen Kommunikation

Um Menschen die Gelegenheit zu geben, das eigene Kommunikationsverhalten zu verbessern, bot die KEB vom 18.-20. November 2005 ein Wochenendseminar in der Landvolkshochschule Niederalteich an. Die Diplompsychologin Elfriede Schweinzer leitete einen Kurs zum Thema „Grundlagen der erfolgreichen Kommunikation. Konstruktive Gesprächsführung.“

Eine Reihe von Seminaren mit der Logotherapeutin Sr. Renata Lauber CJ begann im Jahre 2006. Logotherapie ist eine Therapieform, die davon ausgeht, dass durch die Auseinandersetzung mit seelischen Verwundungen in der Kindheit, Heilung geschehen kann. Jeder Mensch hat eine Aufgabe im Leben und kann so einen Sinn im Leben finden. Themen der Logotherapie können etwa im Rahmen der Biografiearbeit auch in der Erwachsenenbildung eingesetzt werden. Sr. Renata Lauber führte an 3 Samstagen beginnend am 11. Februar 2006 in die Biografiearbeit ein. Der Titel der Veranstaltung war: „Liebe deine Geschichte. Sie ist der Weg, den Gott mit dir gegangen ist.- Einführung in die Biografiearbeit“.

Das Seminar stieß auf eine derart große Resonanz, so dass vom 6.-10. November 2006 im Gästehaus Maria Rast ein weiteres Seminar mit Sr. Renata folgte: „Einführung in die Logotherapie nach Viktor Frankl“.

In Zusammenarbeit mit der Landvolkshochschule Niederalteich und „Lebensmutig – Gesellschaft für Biografiearbeit e.V.“ wurde 2010 ein mehrgliedriges Seminar zur Biografiearbeit angeboten. Das Seminar bestand aus vier zweitägigen Modulen. Unter Biografiearbeit versteht man eine angeleitete Beschäftigung mit der eigenen Lebensgeschichte. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des eigenen Lebens werden angeschaut und reflektiert, um dadurch das eigene Leben sinnvoll und besser gestalten zu können. Die einzelnen Module standen unter folgenden Themen:

  • Lebensschätze heben – Das Erinnern und Erzählen üben
  • „Liebe deine Fehler wie dich selbst!“ – Blick aufs eigene Leben, Selbstreflexion
  • Zielorientiert und ergebnisoffen – Didaktik des Biografischen Arbeitens
  • Und das ist mein Leben – Kreative Methoden

Mitarbeiterbildung

Die Qualität der Erwachsenenbildung und ihrer Angebote hängt nicht zuletzt von der Qualifikation ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab. Deshalb ist es dem Vorstand und den Verantwortlichen in der KEB ein großes Anliegen, sich um die Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu kümmern. Diese sollen befähigt werden, die Fragen und Themen der Zeit zu erkennen und dazu entsprechende Veranstaltungen und Programme zu planen. Eine Voraussetzung für gute Programme ist auch, die relevanten Zielgruppen und deren Bildungsbedürfnisse zu kennen. Nicht zuletzt sind auch vor allem für die hauptberuflichen Kräfte Kenntnisse im finanziellen und administrativen Bereich von großer Bedeutung.

In den 80-er und 90-er Jahren war das Bemühen groß, in der Erwachsenenbildung vom herkömmlichen „Referatsstil“ wegzukommen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmerinnen sollten aktiver in die Seminargestaltung einbezogen werden. So wurde am 9. Und 10. Dezember 1994 für Referentinnen und Referenten sowie für die haupt- und ehrenamtlichen Kräfte im Bildungszentrum „Die Brücke“ in Freyung ein Seminar mit dem Thema „Teilnehmeraktivierende Methoden in der Erwachsenenbildung“ angeboten. Referent war Prof. Dr. Lutz Mauermann von der Universität Augsburg.

Um verschiedene Zielgruppen und deren Bildungsbedürfnisse ging es am 13. Oktober 2007 bei der Tagung „So nah und doch so fern. Einblicke in Lebens- und Glaubenswelten anhand der SINUS-Milieus“ im Haus Spectrum Kirche. Referent war Dr. Bernhard Spielberg, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Pastoraltheologie der Universität Würzburg.

»Die Qualität der
Erwachsenenbildung«

 

Am 19. Mai 2017 trafen sich Vorstände und Beiräte der Bistums-KEB und der regionalen KEBs zu einer MItarbeiterfortbildung zum Thema "Zum Profil der kirchlichen Erwachsenenbildung" im Haus St. Pirmin in Niederalteich. Die KEB hatte als Referenten Domkapitular Dr. Helmut Gabel aus Würzburg eingeladen (er war dort Bischöflich Beauftragter für Erwachsenenbildung).

Behinderte und deren Angehörige

Seit dem Jahre 1974 führt die DiAG regelmäßig Seminare für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige durch. Nach Mitteilung von Josef Bonauer, dem ehemaligen Geschäftsführer der DiAG, griffen er und die Herren Lemberger und Hinterdobler (beide Sonderschulrektoren) eine Idee aus Niedersachsen auf, da es auch in der Diözese Passau einen großen Wunsch nach Austausch und Information v.a. auf der Seite der Angehörigen behinderter Menschen gab. Die Bildungs- und Erholungswochen wurden jährlich durchgeführt. Sie dauerten eine Woche und fanden zunächst im Caritasheim in Bischofsreut, später in der Landvolkshochschule Niederalteich statt. In der Bildungswoche wechselten sich Bildungsangebote und Ausflüge ab. Es wurden auch hochkarätige Referenten wie z.B. Prof. Keller vom Orff-Institut Salzburg eingesetzt. Auch die in der Diözese wirkenden Pfarrer Alois Anetseder und Josef Krumbachner arbeiteten bei den Bildungswochen mit.

Die erste Maßnahme fand vom 2. – 8. Januar 1974 statt. Das Angebot, das mit dem Eintritt in den Ruhestand von Josef Bonauer einige Jahre ruhte, wurde in den Nullerjahren Jahren wieder aufgenommen und wird heute von Konrad Haberger geleitet. Das Seminar dauert jetzt 3 Tage und findet meist in der Landvolkshochschule Niederalteich statt.

Seminare für Strafgefangene und deren Partnerinnen

Interview mit Gabi Pinkl

Nachbereitung des Seminars für Strafgefangene und deren Partnerinnen Das Referententeam P. Wilhelm Tangen SM und Dr. Gabriele Pinkl mit Geschäftsführer Gerhard Mager (von links)

Ein weiteres Angebot richtet sich an Strafgefangene und deren Angehörige. Um Strafgefangenen vor ihrer Strafentlassung auf die Rückkehr in ihre Partnerschaft oder Familie vorzubereiten, wurde ein Seminar entwickelt. Es geht auf eine Anregung der Passauer Bewährungshelfer Erwin Brunn und Günther Kastenhuber zurück und wurde in Kooperation mit der Justizvollzugsanstalt Straubing durchgeführt. Erste Referenten/innen waren Pfarrer Rauschecker, Pfarrer Schuler, Barbara Bonauer, Gisela Plenk und Katharina Bonauer. Bei diesem Seminar haben Strafgefangene, die kurz vor der Entlassung stehen, die Chance, unter fachkundiger Leitung, zusammen mit ihren Partnerinnen ihre Beziehung zu reflektieren und auf die gemeinsame Zukunft hin zu gestalten. Das erste Seminar fand im Jahre 1982 statt und wird bis heute nach wie vor angeboten.

Fortbildungen für Fachkräfte, die mit benachteiligten Jugendlichen arbeiten

Am 24. April 2008 fand im Haus Spectrum Kirche eine Fachtagung zum Thema „‘Wenn ich groß bin, werde ich Hartz IV‘. Benachteiligte Jugendliche zwischen Schule und Beruf“. Die Tagung erfolgte in Kooperation mit der Caritas.

Kooperationen mit der Evangelischen Erwachsenenbildung

Seit vielen Jahren kooperiert die DiAG und später die KEB mit der Evangelischen Erwachsenenbildung. In der Regel treffen sich die Vorstände und die Geschäftsführer der beiden Bildungswerke zweimal im Jahr. Zum einen tauschen sich die Vertreterinnen und Vertreter der beiden Bildungswerke über gemeinsame Anliegen und die jeweilige Situation der Einrichtungen aus. Zum anderen werden gemeinsame Veranstaltungen geplant. Im Laufe der Jahre hat sich hier eine fruchtbare Kooperation entwickelt.

Als Beispiele seien genannt:

Vom 19. -20. Mai 2001 führten die beiden Bildungswerke eine Studienfahrt nach Wien durch. Reiseleiter war Dr. Peter Seiler.

Um den Stand der Ökumene ging es 23. Januar 2010 im Bildungshaus des Kloster Niederaltaich bei einem Ökumenischen Studientag. Unter dem Thema „Auf dem Weg zum Ökumenischen Kirchentag – Eine Standortbestimmung“ referierten die evangelische Dekanin Dr. Edda Weise aus Passau, Abt Dr. Marianus Bieber OSB und P. Johannes Hauck OSB (beide von der Abtei Niederaltaich).

Aus Anlass des 65. Todestags des evangelischen Kirchenlieddichters Jochen Klepper hielt Dr. Hans Göttler, damals Vorsitzender der KEB,  am 28. November 2007 einen Vortrag unter dem Titel „Sein Wort wird helle strahlen“, in dem er Leben und Werk Jochen Kleppers vorstellte.

Blick auf die Mainbrücke und die Altstadt von Würzburg Blick auf Würzburg Pfarrer Norbert Stapfer erklärt die Sehenswürdigkeiten der Stadt Würzburg Würzburger Weinkeller Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studienfahrt vor Schloss Pommersfelden

Vom 4.-5. Mai 2019 fand eine Ökumenische Studienfahrt nach Würzburg statt. Titel der Fahrt war: „Welterbe-Weingenuss-Wohlgefühl“. Neben einer Stadtführung, die die Sehenswürdigkeiten der Stadt Würzburg zum Inhalt hatte, stand auch ein Gespräch mit der ehemaligen Passauer evangelischen Dekanin Dr. Edda Weise auf dem Programm.

»Jeder Mensch
hat eine Aufgabe«